Thomas Richhardt, geboren 1971, studierte Psychologie und arbeitet als Dramaturg und Autor (Bonnie und Clyde, Engel für Dylan). Er hat das Junge Ensemble Stuttgart bei seiner Gründung begleitet und arbeitet seit 2008 für das Theaterhaus Stuttgart, für das er zahlreiche Stückentwicklungen und Inszenierungen betreute (u.a. Tschick, Ziemlich beste Freunde, 7 Minuten). Für das Kunstmuseum Stuttgart entwickelt er seit 2015 regelmäßig kunstpädagogische Formate im Schnittfeld von Text, Bild und Neuen Medien – aktuell eine schauspielerische Loop-Werkstatt für Erwachsene sowie ein Gamelab für Kinder und Jugendliche. Sein Klassenlesedrama Heimspiel hatte in der Spielzeit 2017/2018 an der Württembergischen Landesbühne Esslingen Premiere. http://www.dramawerkstatt.de
Werkstatt
Minidramen, Szenen, Stücke selber schreiben – und auf diesem Weg die literarische Gattung Drama kennen lernen und verstehen. Das ist das Programm: Ein Verfahren, das bei der Sprache des Einzelnen, seinen eigenen Erfahrungen und Geschichten ansetzt. Die explizite Verortung dieses Verfahrens im Deutschunterricht und in der Auseinandersetzung mit Inhalten des Bildungsplans bedeutet, dass das Interesse am Drama als historisch gewachsene Literaturgattung und Kulturtechnik im Vordergrund steht. Produktive Verfahren, die sich mit dem Theater auseinandersetzen, werden traditionell eher als „Bauch“-Tätigkeiten gesehen, die spielerisch den allzu kognitiven Ausformungen des Unterrichts entgegenwirken sollen. Im Schauspiel kommen jedoch sowohl kognitive als auch spielerische Elemente zusammen. Sprach- und Körperarbeit, Inhalte des Bildungsplans und persönliche Themen, sinnliche Übungen und intellektuelle Anforderungen werden im szenischen Schreiben als einem Labor für Sprache und Kommunikation zusammengeführt. Das Schreiben findet dabei nicht nur am Tisch und in Einzelarbeit statt, sondern auch in der Kleingruppe, in Erzählrunden, auf der Bühne und in der szenischen Improvisation, weshalb sich das Verfahren intensiv mit Teamarbeit und Gruppenprozessen auseinandersetzt. Das hier vorgestellte Verfahren des szenischen Schreibens ist geprägt durch die langjährige Erfahrung des Dozenten als Bühnenautor und Dramaturg für Stückentwicklungen, es basiert auf der Zusammenarbeit mit Schauspieler*innen und Regisseur*innen aus unterschiedlichen Theatertraditionen. Vor allem aber lebt das Verfahren von den Erfahrungen, die der Dozent in offenen Schreibwerkstätten und im regulären Deutschunterricht gemacht hat und die mit dieser praxisbezogenen Weiterbildung vermittelt und erweitert werden sollen.

Szenisches Schreiben im Deutschunterricht
Minidramen, Szenen, Stücke selber schreiben
16 x 23 cm · 288 Seiten, Klett/Kallmeyer-Friedrich Verlag, 2011
ISBN 978-3-7800-1087-2, EUR 20,95
Die eigene Sprache ins Spiel zu bringen und der persönlichen Erfahrungswelt mehr Raum zu geben, ist ein grundlegendes Bedürfnis vieler Schüler*innen. Das szenische Schreiben im Unterricht bietet dafür einen Weg, der in fünf Phasen beschrieben und durch praxisbewährte Arbeitsmaterialien und Schülerbeispiele erläutert wird. Von der ersten Textproduktion über die spielerische Auseinandersetzung mit Kommunikationsmustern bis hin zur dramaturgischen Arbeit an den entstandenen Szenen werden Arbeitsschritte vorgestellt, die für verschiedene Schularten und Altersstufen differenziert aufbereitet sind. Zugleich gibt die Publikation einen Ausblick auf fächerübergreifende Projekte und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Literaturhäusern und Kinder- und Jugendtheatern. www.friedrich-verlag.de

Praxismaterial: Szenisches Schreiben im Unterricht
Minidramen: Texte zum Nachspielen, Übungen und Methoden
21 cm x 29,7 cm / 63 Seiten, Klett/Kallmeyer-Friedrich Verlag, 2016,
ISBN 978-3-7727-1056-8, EUR 19,95
Minidramen sind beliebt. Ob im Unterricht, in Theater-AGs, in Kursen des Darstellenden Spiels oder überall dort, wo ein spielerischer Zugang zur Sprache vermittelt wird – mit Minidramen kann man schnell und unkompliziert den Umgang mit Texten ausprobieren. Sie eignen sich für Aufwärmübungen, Stimmtraining und theaterpädagogische Spiele. Darüber hinaus sind die kleinen Texte Helfer in der Not, wenn es um effektive und pointierte Präsentationen vor Publikum geht. Das Praxismaterial enthält die erste Minidramen-Sammlung speziell für Lehrer*innen und Schüler*innen. Es beinhaltet ein Kompendium von Übungen und Methoden zum Schreiben und Spielen von kurzen szenischen Texten und bietet viele Arbeitsblätter und nützliche Hinweise zum Thema. Neben Minidramen von Autor*innen des Jugendtheaters sowie prämierten Texte von Jugendlichen werden Übungen und Spiele präsentiert, bei denen die Schüler*innen selbst innerhalb kurzer Zeit ihr eigenes Minidrama entwickeln und schreiben. Das Praxismaterial richtet sich an Referendar*innen und Lehrkräfte in den Sekundarstufen I und II sowie an Leiter*innen von Schreibwerkstätten und Literatur- und Theater-AGs.